Architektonische Forschung und Wissensproduktion entstehen aus einer Vielzahl an Einsichten und auch aus einem zunächst bunt erscheinenden Strauß Methoden. Die klassische, einheitliche Forschungspraxis anderer Disziplinen steht im Hintergrund. Welche Methoden haben wir genutzt?


Raum wird durch bewusste und körperliche Präsenz, Bewegung und zeitliche Erfahrung verstanden.

Embodied / Situated Research

Wie entsteht Erkenntnis? Wir erzeugen Wissen nicht nur kognitiv, sondern durch den eigenen Körper im Raum – durch Bewegung, Dauer, Sinneseindrücke und soziale Situationen. Was heißt das konkret?

  • wiederholtes, stetiges Vor-Ort-Sein
  • Umherschweifen ohne festes Ziel (dérive-artig), von Sinneseindrücken geleitet
  • 24 Stunden Erfahrungen vor Ort

Nicht alle Qualitäten eines Ortes sind direkt messbar, aber trotzdem präzise beobachtbar. Atmosphäre ist keine Stimmung im Kopf, sondern eine räumlich erzeugte und zu begreifende Qualität. Diese Kategorien haben es uns ermöglicht, das Erlebte auch zu beschreiben.

  • Dichte / Enge / Offenheit?
  • Lautstärke, Gerüche und Licht
  • Soziale Stimmung: ruhig, angespannt, informell, konfliktreich?
  • Wie wird der Ort genutzt? Gleichzeitig?
  • Räumliche Übergänge verstehen: öffentlich – privat, Land – Wasser

Raum wird durch Messung, Zeichnung und Kartierung systematisch erfasst und vergleichbar gemacht.

Der Bestand wird vor Ort vermessen und zeichnerisch erfasst, um räumliche Strukturen präzise zu verstehen. Hier steht der Uferatlas im Vordergrund unserer Arbeit.

  • Vermessen und Zeichnen 24 verschiedener Schnitte durch den Uferbereich
  • Aufnahme der ausgewählten Orte für den Entwurf

Unterschiedliche Nutzungen und Themen werde in Karten überlagert, um räumliche Zusammenhänge sichtbar zu machen.

  • Erstellung Analyse Karten Geoportal
  • Erstellung Erkenntniskarten zu den drei Perspektiven
  • Mappings als dominanter Entscheidungsfaktor für Entwurfsstellen
  • Verortetes Wissen durch interaktive Karte zugänglich machen mit Open Source Tool Umap

Gespräche mit Expert:innen, lokalen Initiativen und Menschen vor Ort machen unterschiedliche Interessen und Konflikte sichtbar. Sie wurden leitfaden-gestützt vorbereitet, aber offen und situationsabhängig geführt.

Austausch mit Fachakteuren aus Verwaltung, Technik und Regulierung

  • Andreas Kleinig, Wasserschutzpolizei, Bereichsleiter WSP Ost
  • Carsten Riechelmann, Ingenieur für Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik
  • Jens Baltruweit, Amt für Soziales, Lichtenberg
  • Alexander Römer, Architekt „Constructlab, Berlin
  • Akademischer Austausch zur Arbeit
    • Prof. Eike Roswag-Klinge, Natural Building Lab, TU Berlin
    • Prof. Jan Kampshoff, Raumkonzeption und Entwerfen, Uni Siegen
    • Prof. Dr. Riklef Rambow, Architekturkommunikation, KIT
    • Dr. Lorenza Manfredi, Chair for urban design, TU Berlin
    • Dr. Tino Buchholz, tuniproductions

Gespräche mit Vereinen, Gruppen und zivilgesellschaftlichen Akteuren an der Rummelsburger Bucht

  • Bürgerforum Alt-Stralau
  • Kiezforum Rummelsburg
  • Gesprächsrunde Seeoberfläche
  • WiR e.V.
  • NABU AG Rummelsburger Bucht
  • Spree:publik
  • Blaues Wunder Berlin

Immer wieder haben wir bei unseren Erkundungen das spontane und informelle Gespräch mit Nutzer:innen vor Ort gesucht. Sie zeigten uns, wie vielseitig die Menschen vor Ort die Bucht erleben.